Defqon.1 - das Festival, wenn es um die härteren Stile der elektronischen Musik geht. Seit 2003 wird es von Q-Dance am Almere Strand in Holland veranstaltet. Jedes Jahr größer, jedes Jahr beliebter und jedes Jahr schneller ausverkauft. Dieses Jahr musste die Defqon.1 umziehen, da am Almere Strand ein Hafen gebaut wird. Man entschied sich für das Veranstaltungsgelände in Biddinghuizen, etwa 50 km vom alten Gelände entfernt.
Aber neben dem Umzug gab es noch viele andere Neuerungen: erstmals wurde von Q-Dance nicht nur das Festival selbst organisiert, sondern auch die Möglichkeit das ganze Wochenende in Biddinghuizen zu verbringen: Defqon.1 Extended. Dabei wurden Komplettpakete verkauft: man hatte die Wahl ob man auf dem Campingplatz direkt neben dem Festivalgelände zeltet, oder sich in einem Hotel einquartiert.
Damit es den Gästen am Campingplatz nicht langweilig wurde, hatte man auch hier noch für einige Specials gesorgt. So gab es dort ein "Defqon.1 Café" oder ein Kino. Zusätzlich wurde den Gästen mit Camping-Ticket der Eintritt in den benachbarten Vergnügungspark "Walibi World" vergünstigt angeboten.
Um den Defqon.1 Extended Gästen neben diesen Möglichkeiten zum Zeitvertreib auch noch echten Mehrwert für ihren Aufpreis zu bieten wurden auf dem Campingplatz noch mehrere zusätzliche Partys organisiert.
Man konnte natürlich auch ein reines Festival-Ticket kaufen. Mit allen Gebühren war man mit etwa 70 Euro dabei (das Extended-Ticket schlug mit etwa 30 Euro mehr zu Buche). Allerdings war diese Art der Tickets sehr schnell ausverkauft. Trotz dem größeren Kontingent war nach nicht einmal einer halben Stunde Schluss mit normalen Defqon.1 Tickets.
Die erste Party blieb den Gästen mit Defqon.1 Extended Ticket vorbehalten: Am Freitag von 20:00 Uhr bis 01:00 Uhr sorgten als DJs Activator, Stephanie, Zatox, Headhunterz, Psykopunkz und als MC Jeff für das richtige Warm-Up vor dem eigentlichen Festival.
Am Samstag begann das eigentliche Festival. Pünktlich um 11 Uhr strömten die Leute auf das Festivalgelände. Mit 16 verschiedenen Areas und 254 Künstlern und DJs lockte man hier. 5 MCs rotierten durch die Areas und feuerten die Leute an. Also über Preis/Leistung braucht man hier nicht reden - es ist einfach Wahnsinn, was für das Geld geboten wurde. Typisch für die Defqon.1 war auch, dass jede einzelne Area ein eigenes Kunstwerk darstellte. Nicht nur durch die beeindruckende Licht- und Soundtechnik, sondern vor allem auch durch das Bühnenbild, das hauptsächlich aus alten Schrottteilen entstanden ist. So fand man wieder viele alte Auto- und Traktorreifen, aber auch Badewannen, Stoßstangen, Abflussrohre, Mülltonnen und sogar ganze Schiffscontainer. Eben Alles, was andere wegwerfen und woraus sich echt coole Dinge bauen lassen.
Festival-Gelände
Gegen halb 11 fand sich der Großteil der Gäste dann auf der großen Hauptarea "Red" ein, um die Abschlussshow miterleben zu können. Noisecontrollers drehte diesmal die Plattenteller für diese Show. Es folgte eine halbstündige Show mit allem was die aktuelle Technik in Puncto Licht und Sound her gab. Eine beeindruckende Licht- und Lasershow, gespickt mit einem über 20 Minuten andauerndem, überwältigendem Feuerwerk, das perfekt zur Musik passte, und mehrere 10.000 Party-People, die zusammen zu dieser Show feierten: ein unbeschreibliches Erlebnis.
Line-Up
Um 23 Uhr endete dann das eigentliche Festival. Das hieß für die Leute mit Festival-Ticket entweder zum Bus, Auto oder Taxi und ab nach Hause. Für die Gäste, die sich ein Extended-Ticket geleistet hatten war die Party aber noch nicht vorbei. Auf dem Campingplatz gab es eine After-Party auf der Nightstalkers, Ruthless, Isaac, Wildstylez, Mental Theo und The Prophet den passenden Sound lieferten, um die geniale Party abzuschließen. Ab 4 Uhr war dann auch hier Nachtruhe, was den Leuten noch 8 Stunden Schlaf gab, bis sie um 12 Uhr am Sonntag den Campingplatz verlassen mussten.
Defqon.1 Trailer & Hymne 2011 & After Movie 2011
Unser Fazit: auch wenn das Wetter nicht immer mitgespielt hat, immerhin regnete es ab und zu ein bisschen - aber vor starkem Regen wurden wir verschont - war es eines der besten Festivals 2011. Leider fehlte in Biddinghuizen der Strand, aber der tollen Stimmung tat das dort keinen Abbruch. Es ist und bleibt das Pflichtfestival schlechthin, für alle die auf Harder Styles stehen. Zumindest sollte man so lange versuchen Tickets zu bekommen, bis man es einmal miterleben durfte

Ach ja: klar, dass bei so einem Festival doch auch mal etwas schief geht. So gab es z.B. diesmal die begehrte Festivalzeitung nicht mehr nach dem Festival, da wir zu spät dran waren. Im Gegensatz zu manch anderem Veranstalter hat man aber bei Q-Dance für so etwas immer ein offenes Ohr. Nach meiner eMail hat es nicht einmal 12 Stunden gedauert und die Festivalzeitung stand online als PDF auf deren
Homepage. Einfach Top!

Text von h4ppy